Kochen ist wie ein Bild malen

Wie ich zum Kochen gekommen bin?

Meinem Hexenkessel habe ich versucht, es zu erklären und Christine hat es so schön für mich zusammengefasst: 😘

„Das ist etwas wie ein Bild malen. Du weißt, wo es hinsoll und probierst da hin zu kommen – oder du hast Freude am Material und probierst mal, was damit möglich ist. Dein Kopf, deine Nase, deine Idee sind das Rezept. Das, was schmeckt, kann immer irgendwie zusammenfinden. Egal aus welchem Land eine Idee stammt. Es muss zusammen ein Bild ergeben.“

Früh. Ich hatte das privilegierte Glück, naturnah mit Kindern unterschiedlichster Herkunft aufwachsen zu dürfen.

Also aß ich bei Guys Familie israelisch, bei Mahi ägyptisch, bei Yuki japanisch und bei Mi-Yong koreanisch. Bei Ulrike gesund, bei Miri gut badisch und bei meiner Familie schwäbisch.

Auf jedem Spaziergang mit meinem Vater lernte ich neue Wildkräuter kennen: Brennessel musst du zwischen den Handflächen klatschen, dann brennt sie nicht mehr, Sauerampfer wie Bereberitzenblätter sind na.. erstaunlich …. sauer… und die Blüten der Taubnessel sind honigsüß, wenn man sie von hinten auszutzelt.

Essen ist eine Symphonie. Du musst immer wachsam bleiben, vieles, das klassisch nicht zusammengehört, ergibt im richtigen Maß miteinander eine unerhörte Harmonie. Kochen ist Spannung pur- Wissenschaft und Kunst.

Für mich ist das Zusammenspiel von Material, Zeit, Kräutern und Gewürzen ausschlaggebend in der Küche. Der Rest ist Mathematik.

In einer kleinen walisisch- griechischen Künstlerkneipe konnte ich meine Vision des Kochens entwickeln und erlernen. Ein griechischer Bildhauer und eine walisische Malerin hatten ein Restaurant eröffnet im “arts & craft centre” Caerleon.

Mir wurden dort nicht Rezepte beigebracht, sondern eine Idee vom Kochen.

BETTINA